Für einen gesunden Umgang mit Gefühlen – emotionale Bildung mit den Flümern
Tamara Fausel – Sozialpädagogin (B.A.), Leitung der Frühförderstelle Zollernalbkreis, Flümer-Gefühlscoach für Kinder und Erwachsene, Trainerin für emotionale Kompetenz, Kursleiterin für Gewaltfreie Kommunikation, Referentin und Gründerin von Wegemut
Der Umgang mit Gefühlen gehört zu den zentralen Entwicklungsaufgaben in der Kindheit. Emotionen beeinflussen Denken, Verhalten und Beziehungsgestaltung maßgeblich. Kinder, die lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und zu regulieren, entwickeln langfristig emotionale Stabilität, soziale Kompetenz und ein gesundes Selbstwertgefühl.
In pädagogischen Kontexten – ebenso wie im familiären Alltag – zeigt sich immer wieder, wie herausfordernd der Umgang mit starken Emotionen sein kann. Wut, Traurigkeit, Angst oder Überforderung treten oft intensiv und scheinbar unkontrollierbar auf. Ohne eine bewusste emotionale Begleitung können sich diese Gefühle im Verhalten von Kindern verzerren und nach außen hin unsozial oder „schwierig“ wirken.
Emotionale Entwicklung als Fundament für gesundes Aufwachsen
Emotionale Kompetenz ist keine angeborene Fähigkeit, sondern ein Entwicklungsprozess. Kinder sind darauf angewiesen, dass Erwachsene ihre Gefühle ernst nehmen, spiegeln und begleiten. Gelingt dies nicht, bleiben emotionale Bedürfnisse häufig unerfüllt. Die Folgen können anhaltender Frust, innere Ohnmacht oder Rückzug sein.
Gerade in institutionellen Settings wie Kindertageseinrichtungen oder Schulen fehlt im Alltag oft die Zeit und der Raum, um intensiv auf einzelne emotionale Prozesse einzugehen. Gleichzeitig stehen Fachkräfte unter hohem Druck, funktionieren zu müssen – häufig auf Kosten der eigenen emotionalen Selbstfürsorge.
Wenn bewährte Strategien nicht mehr greifen
Viele der klassischen Strategien im Umgang mit starken Gefühlen zielen auf Regulation von außen ab: Ablenkung, Beruhigung, Ermahnung oder Konsequenzen. Diese Ansätze greifen jedoch häufig zu kurz, da sie die eigentliche emotionale Botschaft übergehen.
Kinder lernen so, Gefühle zu unterdrücken oder zu vermeiden, anstatt sie zu verstehen. Ein tragfähiges Selbstwertgefühl kann unter diesen Bedingungen kaum entstehen, da emotionale Erfahrungen nicht integriert werden, sondern unbewältigt bleiben.
Gefühle verstehen statt bekämpfen
Ein zeitgemäßer Ansatz emotionaler Begleitung geht davon aus, dass jedes Gefühl eine wichtige Funktion erfüllt. Besonders sogenannte „unangenehme“ Emotionen wie Wut oder Trauer weisen auf unerfüllte Bedürfnisse hin. Wird diese Botschaft erkannt, entsteht Raum für Entwicklung, Verbindung und Regulation.
Hier setzt das Flümer®-Konzept an.
Das Flümer-Konzept® – ein spielerischer Zugang zur Gefühlswelt
Das Flümer-Konzept® von Nadine Dzolic unterstützt Kinder und Erwachsene dabei, Gefühle bewusst wahrzunehmen und in Kontakt mit ihnen zu kommen. Die Flümer® stehen als symbolische „Gesichter der Gefühle“ für verschiedene emotionale Zustände wie Wut, Angst, Mut oder Traurigkeit.
Durch die spielerische und freundschaftliche Kontaktaufnahme mit den Gefühlen entsteht eine intuitive Verständnisebene. Emotionen werden nicht bewertet oder kontrolliert, sondern eingeladen, wahrgenommen und begleitet zu werden. Dies fördert emotionale Selbstwahrnehmung, sprachliche Ausdrucksfähigkeit und Beziehungsqualität.
Emotionale Selbstreflexion als Schlüssel
Ein zentraler Bestandteil des Flümer®-Konzepts ist die Selbstreflexion der begleitenden Erwachsenen. Kinder können nur so gut in ihren Gefühlen gehalten werden, wie Erwachsene selbst in Kontakt mit ihren Emotionen sind.
Das Konzept bietet praxisnahe Werkzeuge, um eigene emotionale Reaktionen besser zu verstehen, innere Ruhe zu bewahren und auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben. So entsteht emotionale Sicherheit auf beiden Seiten.
Seminare der Bildungswerkstatt zum Thema Umgang mit Gefühlen:
- Wenn Gefühle den Alltag sprengen – souverän bleiben im Sturm der Emotionen am 05. März
- Jedes Kind hat seine Meise – und bei uns wird sie gepflegt am 11. März
- Depressive Kinder in Krippe und Kita … gibt es das? – Symptome erkennen und handeln am 12. März
- Auffällig unauffällig am 09. April
- Kinder brauchen Zuversicht! – Wie Kinder Optimismus lernen am 20. April
- Komplexe Gefühle von Kindern – Emotionsentwicklung und die Bedeutung für das Verhalten des Kindes am 07. Mai
- Wo ist Opa jetzt? – Trauerarbeit mit Kindern in der Familie und pädagogischen Einrichtungen am 28. Mai
