Frühkindliche Regulationsstörungen – was ist damit gemeint?

Am Ende des Beitrags findest du passende Seminare
Brigitte Holz-Schöttler – Erzieherin mit Montessori-Diplom, Entwicklungspsychologische Beraterin, Fachkraft für Inklusion, Konzentrationstrainerin, Zertifikat für Positive Psychotherapie
Definition


Regulationsstörungen zeigen sich sehr frühzeitig in den ersten Lebenswochen des Kindes. Bei den betroffenen Kindern kommt es oft zu einer Störung der Affektregulation, die sich durch Schlaf-, Ess- oder Kommunikationsstörungen oder auch starker Erregbarkeit, Unruhe sowie Schreistörungen äußern können.
Die Kinder können die Affekte nicht richtig verarbeiten und werden in ihrer natürlichen sozialen Entwicklung behindert.


Regulationsstörungen entstehen durch eine schwache Beziehung bzw. Bindung zwischen Eltern und Kind. Die Kommunikation und das Verständnis zwischen Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Eltern gestaltet sich schwierig: Die Eltern können das Kind nur schwer beruhigen. Gerade in dieser Entwicklungsphase – in dieser wichtigen Zeit der psychischen Entwicklung des Kindes – ist diese Situation oft belastend für beide Seiten.


Werden die kommunikativen Signale der Seiten falsch gedeutet, so können seelische Belastungen und Verhaltensstörungen bei Babys und Kindern auftreten, aber auch körperliche Krankheiten und Beschwerden hervorrufen. Es kommt oft zu einem belastenden Teufelskreis, der Affekthandlungen auf beiden Seiten auslöst und von Seiten der überlasteten Eltern in einigen Fällen in Kindesmisshandlung enden kann.
Wenn Regulationsstörungen über einen längeren Zeitraum bestehen, können sie sich manifestieren und zu Entwicklungsstörungen führen. Sie können sogar das Kindeswohl gefährden.

Welche Regulationsstörungen sind bekannt?
  • Exzessives Schreien
  • Schlafstörungen
  • Fütter- und Gedeihstörungen
  • Anklammerndes Verhalten und Ängstlichkeit
  • Aggressives Verhalten
  • Spielunlust
  • Beißen


Genereller Ansatzpunkt der Regulationsstörungen sind frühkindliche und elterliche Kommunikationsdefizite. Die Eltern/Kind-Kommunikation sollte gerade in diesem Entwicklungsabschnitt des Kleinkindes eine beruhigende und strukturierende Wirkung haben, denn dadurch lernt das Kind sich zu regulieren.
Auf Grund der gestörten Kommunikation und der Deutung der gegenseitigen Signale findet keine Rückkoppelung statt. Frustration macht sich für alle Beteiligten breit.
Die kindlichen Bedürfnisse und Wünsche werden nicht erkannt und befriedigt und somit kommt es zu Störungen im Befinden des Kindes.
Unwohlsein und Affektdurchbrüche sind die Folge. Das Kind kann nicht mit diesen Affekten umgehen, man spricht von den so genannten Regulationsstörungen. Das Kind braucht Unterstützung bei der Regulation. Werden die Regulationsstörungen nicht behandelt, können schwere Beziehungs- und Bindungsstörungen auftreten.

Folgen für Kind und Eltern und was man tun kann


Die Regulationsstörungen äußern sich in einer permanenten Unruhe des Kindes, die ganz individuelle Facetten hat. Oft sind Regulationsstörungen verbunden mit chronischer Unruhe, unstillbarem Schreien, einem gestörten Wach/Schlafrhythmus, gestörter Interaktion bzw. Verweigerung beim Essen.
Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern führt das teilweise stundenlange Schreien am Tag zur zunehmenden Isolation des Kindes. Eltern, Familie und Verwandte meiden den Kontakt mit dem Kind.


Die Eltern, die meist alles versucht haben, reagieren genervt und äußerst gereizt auf die gestörte Affektregulation des Kindes. Symptomatisch leiden die Eltern unter chronischen Erschöpfungszuständen, Depressionen und aggressiven Impulsen gegen das Kind – die Paarbeziehung kann unter diesen Bedingungen leiden oder zerbrechen.
Beratung durch Hebammen, Kinderarzt, Entwicklungspsychologische BeraterInnen und später durch pädagogische Fachkräfte, können die Eltern unterstützen und somit entlasten.
 

Seminare der Bildungswerkstatt zum Thema Regulationsstörungen:
Weitere Seminare zum Umgang mit Kleinkindern:

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert