Kinder brauchen Bücher

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Maria Zens – Bildungsreferentin im Sozial- und Gesundheitswesen, Dipl. Heilpädagogin, Dipl. Sozialarbeiterin, Religionspädagogin

Ein gutes Buch bietet mehr als nur ein Lesevergnügen. Es kann Entwicklungsbegleiter, Krisenhelfer und Tor zu einer neuen Welt sein.

Kinderfachliteratur hilft nicht nur Kindern, sondern unterstützt auch Erzieher:innen und Lehrkräfte dabei, Krisen und Herausforderungen im Alltag gemeinsam zu meistern. Dieser Idee liegt zugrunde, dass jedes Entwicklungsalter eine andere Möglichkeit des Verstehens und der Verarbeitung von Krisen hat und nach einem Raum und einer Idee zur Bewältigung sucht.

Zu den Krisen im Kindesalter gehören z.B. die Trennung der Eltern, Tod und Trauer, Migration, Erkrankungen, Umzug, der Wechsel von der Kita in die Schule und vieles mehr. Auch starke Gefühle wie Angst, Wut und Einsamkeit können Krisen auslösen.

Schon Bruno Bettelheim war der Meinung, dass Kinder Märchen brauchen. Frei erzählt in Verbindung mit ansprechenden kindgerechten Bildern, werden Märchen und Geschichten zu einer Wirklichkeit, die tief wirkt und heilt.

Eine Geschichte kann man hören, sehen und weiterentwickeln. Dabei hilft das dialogische Lesen. Hier wird der Text miteinander besprochen, er darf nachwirken, verändert und in Frage gestellt werden. Ganz besonders hilfreich ist es, wenn die Geschichten schließlich in ein gemeinsames Rollenspiel, ein Spiel mit Handpuppen oder eine Bastel-/Bauaktion führen. Ihre Wirkung kann sich auf diese Weise entfalten und vertiefen.

Literaturabenteuer mit Kindern sind eine ganz besondere Erfahrung in Zeiten der Digitalisierung, in denen bewegte Bilder eher in die Passivität führen, statt in den aktiven Modus, der für die Bewältigung von Krisen unerlässlich ist.  

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